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Hühnereier ausbrüten

Hühnereier in einem Inkubator ausbrüten ist eine faszinierende Angelegenheit. Hautnah kann das Schlüpfen der Küken beobachtet werden. Brüten ist zeitaufwändig, da der Mensch circa 21 Tage lang die Glucke vertritt. Da ist mehr zu tun, als man denkt.

Bruteier

Die Eier vom Supermarkt sind nicht befruchtet und können daher nicht bebrütet werden. Wenn ein Hahn in der Hühnergruppe ist, können eigene Eier zur Nachzucht ausgewählt werden. Geeignete Eier haben die für die Rasse durchschnittliche Größe und sind eiförmig oval. Die Schale ist sauber, unversehrt und hart. Sie sind maximal 7 bis 10 Tage alt.

Geflügelzüchter verkaufen Bruteier von geeigneten Rassehühnern. Auch Bauernhöfe erzeugen Bruteier.

Aus Hühnereiern schlüpfen zur Hälfte Hähne und zur Hälfte Hennen. Jedoch kann niemand vorhersagen, was für Küken aus den Eiern schlüpfen. Aus 10 Eiern können auch 8 Hähne und 2 Hennen schlüpfen. Entscheiden Sie deshalb vorher, was mit den männlichen Küken geschehen soll. Zu viele Hähne bedeuten Stress für die Hühner. Sie werden zu oft begattet und haben Wunden auf dem Rücken und am Kamm. Die Hähne bekämpfen sich untereinander. Eine gute Relation ist ein Hahn auf 10 Hennen.

Auch die Kunstbrut garantiert nicht, dass alle Küken schlüpfen. Planen Sie daher ein paar Eier mehr ein, als die Zahl der Hennen, die Sie erhalten wollen.

Es wird allgemein abgeraten, sich Bruteier schicken zu lassen. Die Eier können auf dem Transportweg Schaden erleiden zum Beispiel in Form von Rissen oder durch Erschütterungen, Temperaturschwankungen, zu hohe oder zu niedrige Temperaturen. Unter Umständen sind sie zu lange unterwegs, so dass die Fruchtbarkeit sinkt. Die Erfolgsrate von transportierten Eiern liegt bei 50 %.

Bruteier werden gleichmäßig bei ca. 10°C und 70 bis 80 % relativer Luftfeuchtigkeit gelagert. Ab 27°C beginnt der Embryo zu wachsen. Wenn die Eier bei Raumtemperatur lagern, kann die Entwicklung des Embryos beginnen. Das kann zu Entwicklungsstörungen führen. Bei Temperaturen unter 4°C stirbt der Keim.

Die Eier müssen während der Lagerung mindestens dreimal täglich gewendet werden, damit das Eiklar nicht an der Membran festklebt. Bezeichnen Sie die Eier mit Bleistift. Bei anderen Stiften kann die Farbe durch die Schale dringen und die Embryos schädigen. Schreiben Sie die Zahlen 1, 2, 3 und 4 auf der Längsseite gleichmäßig verteilt; nicht auf die Spitze oder die runde Seite des Eies So ist immer erkennbar, welches Ei gewendet wurde. Bei allen Eiern muss am Ende immer dieselbe Zahl oben sein. Die Eier werden in Längsrichtung gedreht oder gekippt. Werden die Eier manuell gewendet, waschen Sie vorher Ihre Hände, damit keine Krankheitserreger oder Öle auf die Eierschale gelangen.

Schieren

Bevor die Eier in den Brutkasten kommen, können sie geschiert werden. Schieren bedeutet durchleuchten. Dabei können unbrauchbare Eier direkt aussortiert werden. Dazu zählt, wenn die Luftblase nicht am runden Ende liegt, Fremdkörper wie zum Beispiel Blutklumpen im Eis sind oder die Schale feine Risse hat. Bei hellen Eiern reicht zum Schieren in einem abgedunkelten Raum das Licht einer Kerze. Es gibt spezielle Schierlampe. Sie können jedoch auch mit Isolierband auf eine starke Taschenlampe eine Papprolle von Toilettenpapier kleben. Darauf wird das Ei mit seiner dicken Seite gesetzt und so durchleuchtet.

Während der Brutzeit werden die Eier 2 Mal durchleuchtet, um den Brutverlauf zu kontrollieren. Am 7. Tag sieht man bei einem befruchteten Ei ein Netz von Adern um den Keim. Unbefruchtete Eier zeigen einen Ring. Bei dunkelschaligen Eiern ist das Netz nicht so klar sichtbar. Unklare Eier werden markiert und gegebenenfalls nach dem zweiten Durchleuchten aussortiert.

Am 14. Tag ist ein gut entwickeltes Ei dunkel. Nur die Luftblase ist hell. Ein toter Embryo ist erkennbar und auch die Luftblase ist bei diesen Eiern größer. Eier mit fehlentwickelten oder toten Embryos werden nicht wieder in den Brutkasten gesetzt.

Der Brutkasten bzw. Brutschrank

Der Brutkasten, auch Inkubator genannt, ist eine Vorrichtung, die die natürlichen Brutbedingungen nachahmt. Es gibt sie von einfachen Varianten zum Selbst bauen bis zu vollautomatischen Brutschränken. Sie alle verfügen über eine Wärmequelle in Form einer Glühbirne oder Heizung, eine Wasserschale zur Befeuchtung der Luft und verschließbare Luftöffnungen. In kleine Brutkästen passen circa 20 Eier, in Brutschränken mehrere 100. Vollautomatische Inkubatoren übernehmen die Kontrolle von Temperatur und Luftfeuchtigkeit sowie das Wenden der Eier.

Lesen Sie sich zunächst die Betriebsanleitung durch. Machen Sie sich mit der Temperaturregelung, dem Öffnen und Schließen der Luftöffnungen sowie dem Befüllen der Wasserschale vertraut. Während der Brut sollten diese Tätigkeiten wenig Zeit in Anspruch nehmen, um den Brutvorgang nicht unnötig lange zu stören. Um Krankheiten vorzubeugen wird der Inkubator gereinigt und eventuell mit Formalin oder Kaliumpermanganat desinfiziert.

Der stabile Standort sollte eine konstante Temperatur von 21°C bis 24°C gewährleisten, geschützt vor Zugluft und direktem Sonnenlicht. Achten Sie außerdem darauf, dass der Stecker nicht versehentlich durch ein Haustier, Kinder oder andere Personen gezogen werden kann.

Ein Probelauf ist erfolgreich, wenn die Temperatur über 24 Stunden hinweg konstant zwischen 37,2°C und 38,5°C liegt und die relative Luftfeuchtigkeit 50 bis 55 % beträgt.

Befüllen

Die Eier werden etwa eine Stunde bei Zimmertemperatur gelagert und dann in den eingeschalteten Brutkasten gefüllt. Dabei liegt das breite Ende etwas höher als die Spitze, damit der Embryo im Ei die richtige Stellung einnimmt.

Feuchtigkeit

Die relative Luftfeuchtigkeit muss in den ersten 18 Tagen 50 bis 55 % betragen. Zum Schlüpfen wird sie auf 65 % angehoben. Füllen Sie immer nur warmes Wasser nach, damit die Temperatur im Brutkasten konstant bleibt. Die Eier dürfen nicht direkt mit Wasser in Berührung kommen. Wenn die Luft im Brutkasten zu trocken ist, sterben die Küken. Um vor dem Schlüpfen die Feuchtigkeit zu erhöhen, kann ein Schwamm in die Wasserschale gelegt oder eine zweite Wasserschale in den Brutkasten gestellt werden.

Wenden

Während der Brut müssen die Eier bis zum 18. Tag mindestens 3 Mal am Tag gewendet werden. Sonst kleben das Eiweiß und später auch das Küken an der Eimembran fest und es kann nicht schlüpfen. Das Wenden sollte in ungerader Anzahl geschehen, damit die Eier nicht jede Nacht auf derselben Seite liegen. Die Nacht ist die längste Zeit, in der die Eier nicht gewendet werden.

Ab dem 19. Tag werden die Eier nicht mehr gedreht. Das Küken nimmt nun die Position zum Schlüpfen ein. Küchenpapier oder ein Lappen, der nun unter die Eier gelegt wird, nimmt die Flüssigkeit auf, die beim Schlüpfen frei wird. Der Brutkasten lässt sich so später leichter reinigen. Er sollte nun nicht mehr geöffnet werden, bis die Küken geschlüpft sind.

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Schlüpfen

Zum Schlüpfen benötigen die Küken mehr Sauerstoff, weil sie mit der Atmung beginnen. Die Lüftungsöffnungen werden immer weiter geöffnet.

Vor dem Schlüpfen zieht das Küken den Dottersack durch seinen Nabel in seinen Körper. Davon ernährt es sich während der ersten Tagen. Der Nabel verschließt sich.

Ab dem 19. Tag drückt das Küken mit seinem Eizahn ein Loch in die Schale. Danach ruht es sich mehrere Stunden aus. Währenddessen passt sich sein Körper an die Atmung an. Dann dreht sich das Küken im Ei und schneidet dadurch die Eierschale auf. Nun drückt es gegen die Schale und diese platzt auf. Innerhalb eines Tages sollten alle Tiere ihre Eier verlassen haben. Wenn die Feuchtigkeit zu niedrig ist, klebt das Küken an der Eimembran fest. Es kann sich nicht drehen, um die Eierschale aufzuschneiden. Oder es kann das offene Ei nicht verlassen. In dem Fall kann es sinnvoll sein, die Schale per Hand vom Küken zu entfernen.

Das Schlüpfen ist sehr anstrengend und die Küken ruhen anschließend. Dabei trocknet ihr Flaum. Setzten Sie die getrockneten Küken in den Kükenstall um.

Das Schlüpfen sollte aller Tiere spätestens am 24. Tag abgeschlossen sein.

Der Brutkasten wird ausgeschaltet und gereinigt. Lassen Sie ihn einige Tage austrocknen.

Eine erfolgreiche Brut mit gesunden Küken ist eine schöne Erfahrung, die für den Aufwand entschädigt.