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Reptilieneier erfolgreich ausbrüten

Heute bevölkern rund 10.000 verschiedene Arten von Reptilien die Erde. Diese Anzahl ist allerdings nur eine Schätzung, denn die genaue Zahl dieser speziellen Klasse der Wirbeltiere kennt niemand genau. Schon vor rund 300 Millionen Jahren lebten die ersten Tiere ihrer Art auf der Erde. Auch die Dinosaurier zählten zu ihnen. Vielleicht stammt ja daher die Faszination, die von diesen Tieren ausgeht. Reptilien werden mittlerweile gerne in Terrarien gehalten und sind nicht mehr nur in freier Wildbahn oder im Zoo zu bewundern. Besonders spannend ist die Vermehrung dieser Tiere, denn ein großer Teil der Reptilien legt Eier. Damit aus diesen Eiern auch gesunder Nachwuchs schlüpft, ist einiges an Erfahrung und Fingerspitzengefühl gefragt. Mit den optimalen Hilfsmitteln und dem notwendigen Wissen kann die Nachzucht jedoch gelingen.

Reptilieneier müssen mit Vorsicht behandelt werden

Viele Reptilienhalter hegen den Wunsch einmal zu züchten, um zu erleben, wie sich der Echsen- oder Schlangennachwuchs entwickelt. Spätestens dann muss sich der Halter intensiv mit dem Thema auseinandersetzen, denn zumeist sind die Bedingungen im Terrarium für das Ausbrüten von Reptilieneiern ungeeignet. In erster Linie ist es wichtig zu wissen, wie ein Reptilienei beschaffen ist. Anders als ein Vogelei ist das Reptilienei nicht von einer festen Kalkschale umgeben. Reptilieneier sind lederartig. Ihre Härte nimmt jedoch mit zunehmendem Alter zu. Daraus folgt, dass ein Reptilienei deutlich empfindlicher ist als jenes des Vogels. So dürfen Reptilieneier auch nur kurz nach dem Legen bewegt werden. Danach darf ein Reptilienei nicht mehr gedreht werden. Oben muss immer oben bleiben. Der Grund dafür ist der Mutterkuchen. Er sitzt bereits nach kürzester Zeit fest an einer Stelle der Eischale. Durch die Nabelschnur ist der Embryo mit dem Mutterkuchen verbunden. Wird nun das Ei gedreht, kann es dazu kommen, dass diese Verbindung zerstört wird. Der Embryo stirbt ab.

Die Eier werden im Inkubator ausgebrütet

Hier ist bereits die erste Hürde, denn zumeist bemerkt der Halter die Eiablage nicht unmittelbar. Sobald die Eier entdeckt werden, müssen Sie so vorsichtig wie möglich in den Inkubator verfrachtet werden. Dabei muss stets darauf geachtet werden, dass die Eier nicht gedreht werden und genau so abgelegt werden, wie sie vorgefunden wurden. Der Halter darf sich beim Umschlichten der Eier nicht allzu lange Zeit lassen, damit es zu keinen großen Temperaturveränderungen kommt. Um den Reptilieneiern die optimalen Bedingungen zu bieten, ist ein Inkubator notwendig. Dabei handelt es sich um einen Brutschrank, ein sogenanntes Temperiergerät. In diesem Inkubator werden kontrollierte Bedingungen für die Entwicklung des Eis geschaffen und erhalten. So entsteht ein Mikroklima mit der benötigten Temperatur und der entsprechenden Luftfeuchtigkeit. Bei der Wahl des richtigen Inkubators stellt sich die Frage, ob die Inkubation substratlos vonstattengehen soll oder ob eine Inkubation im Substrat empfehlenswerter ist.

Substratlose Inkubation

Diese Methode ist für die Reptilieneier sehr schonend, weil sie keinen direkten Kontakt zum Substrat haben. Stattdessen liegen die Eier in luftdicht abgeschlossenen Behältern auf einem Gitterrost. Bei herkömmlichen Inkubatoren sind passende Behälter meist inklusive. Es können aber ganz einfache Kunststoffboxen mit gut schließendem Deckel verwendet werden. Auch Heimchendosen haben sich bewährt. Dazu müssen aber im Vorfeld die Lüftungslöcher verklebt werden. Die nötige Feuchtigkeit erhalten die Eier während der Brutzeit aus der Luft. Die relative Luftfeuchtigkeit sollte daher unbedingt bei etwa 95 Prozent gehalten werden. Um dies zu erreichen, wird das Bodensubstrat mit Wasser stark übersättigt. Durch die luftdichten Behälter sind die Eier jedoch keiner allzu starken Feuchtigkeit ausgesetzt. Gegen Ende der Inkubationszeit werden die Deckel der Behälter jeweils für kurze Zeit angehoben. Kondenswasser, das sich im Inneren gebildet hat, sollte entfernt werden. Zumeist reicht es aus, die Deckel alle zwei bis drei Tage einmal zu öffnen. Dabei muss immer darauf geachtet werden, dass die Luftfeuchtigkeit nicht sinkt. Diese Methode ist auch für Zuchtanfänger ideal geeignet.

Inkubation auf Substrat

Diese Methode ist sicherlich nur für bereits erfahrene Züchter ideal, denn sie verlangt sehr viel Gefühl. Die Reptilieneier werden dabei in geeignetem Brutsubstrat abgelegt. Sehr gut eignet sich dafür Vermiculit. Das ist ein Mineral und zählt zu den Tonmineralien. Es wird sehr gerne verwendet, weil das Material überschüssige Feuchtigkeit aus der Luft aufnimmt. Bei Bedarf wird diese Feuchtigkeit dann wieder abgegeben. Die Eier werden etwa zur Hälfte von Substrat umgeben, bei anderen Arten sollten die Eier vollständig darin vergraben werden. Diese Art der Inkubation ist für all jene Reptilieneier geeignet, bei denen die Luftfeuchtigkeit unter 98 Prozent sinken darf. Sehr viel Gefühl ist bei der Wassermenge gefragt, mit der das Substrat befeuchtet wird. Es darf nur so viel Wasser verwendet werden, dass niemals Flüssigkeit aus dem Substrat gepresst werden kann. Für Anfänger kann dies eine große Herausforderung darstellen.

Die Eier dürfen nie zu nass werden

Der wichtigste Punkt beim Ausbrüten von Reptilieneiern ist damit die richtige Wassermenge. Werden die Eier zu nass, wird Wasser eingelagert, was zum Absterben oder sogar zum Platzen der Eier führen kann. Sind die Eier einmal zu nass geworden, kann dies nicht mehr rückgängig gemacht werden. Es werden mit ziemlicher Sicherheit keine Jungen schlüpfen. Zu nasse Reptilieneier sind der häufigste Grund für ein Misslingen der Zucht. Anders ist die Situation bei zu wenig Feuchtigkeit. Wird rechtzeitig bemerkt, dass die Eier zu trocken sind, kann hier noch eingegriffen werden. Dazu werden die Reptilieneier einfach für einige Tage mit einem feuchten Tuch bedeckt. Beim Kauf eines Inkubators sollte daher nicht gespart werden. Er sollte unbedingt über genügend Platz für die Gelege verfügen. Eine präzise und digitale Temperatursteuerung erleichtert die richtige Handhabung.

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Das Schlüpfen beginnt

Leider kann es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen immer wieder vorkommen, dass Reptilieneier sich nicht richtig entwickeln. Das kann daran liegen, dass sie erst gar nicht befruchtet wurden oder der Embryo abstirbt. Bemerkt man dies, sollte das entsprechende Ei unbedingt sofort aussortiert werden. Halter erkennen dies daran, dass das Ei sich bräunlich verfärbt oder schrumpelig wird. In einigen Fällen können diese Eier auch zu schimmeln beginnen. Dann muss das Ei möglichst rasch entfernt werden, denn der Schimmel würde auf die gesunden Eier übergreifen. Je nach Reptilienart ist die Brutdauer unterschiedlich lange. Der Halter sollte jedoch genau darüber Bescheid wissen, wie lange seine Art zu bebrüten ist. Ist es dann endlich soweit und die Tiere beginnen zu schlüpfen, kann sich dieser Vorgang über einige Tage hinziehen. Kurz bevor das Schlüpfen beginnt, treten aus den Eiern zumeist kleine Flüssigkeitsperlen aus. Das Ei beginnt zu „schwitzen“. Dabei kann es passieren, dass die Schale einfällt. Mit den sogenannten Eizähnen und ruckartigen Kopfbewegungen kämpfen sich die kleinen Reptilien dann aus der Eihülle. Ist der Kopf an der Luft, macht das Tier eine kurze Pause. Der Körper stellt auf Lungenatmung um.

Hilfe beim Start ins Leben

Es kann nun passieren, dass der Reptilienhalter noch einmal ordentlich Geduld beweisen muss. Ein offensichtlich gesundes Ei möchte sich nicht öffnen. Es gibt dann die Möglichkeit das Ei zu durchleuchten. So kann man rasch erkennen, ob mit dem Nachwuchs alles in Ordnung ist oder das Ei im Endeffekt doch noch abgestorben ist. Ist alles in Ordnung, kann beim Schlüpfen ein wenig nachgeholfen werden. Mit einem Skalpell kann das Ei ganz vorsichtig geöffnet werden. Nicht jeder Züchter unterstützt dieses Vorgehen, weil ein zu schwaches Tier in der Natur auch nicht überleben würde. Wie ein Reptilienhalter hier vorgeht, muss aber jeder selbst entscheiden. Sind die Jungtiere dann endlich geschlüpft, empfiehlt es sich sie für die ersten Tage in Boxen zu geben, die mit feuchtem Küchenpapier ausgelegt sind.