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Heim für exotische Mitbewohner: Bauanleitung für ein Terrarium

Exotische Haustiere wie Reptilien, Schlangen oder Spinnen erfreuen sich immer größerer Beliebtheit und sind bereits in zahlreichen Haushalten anstelle von Hunden, Katzen und Kaninchen zu finden. Wer sich allerdings für einen exotischen Mitbewohner entscheidet, benötigt neben der entsprechenden Kenntnis zu Haltung, Fütterung und Gesundheit natürlich auch eine angemessene Unterbringung. Auch hierfür gelten besondere Ansprüche, die sich von Tierart zu Tierart teils deutlich unterscheiden. Ein Terrarium ist für viele Exoten eine geeignete Unterbringungsmöglichkeit, die sich nach Belieben einrichten und mit dem passenden Zubehör in einen artgerechten Lebensraum verwandeln.

Im Fachhandel sind viele Terrarien in unterschiedlichen Größen erhältlich. Allerdings fallen diese meist recht kostenintensiv aus, insbesondere dann, wenn auch noch das oftmals recht umfangreiche Zubehör benötigt wird. Mit etwas handwerklichem Geschick können zukünftige Exotenbesitzer aber auch ein Terrarium selbst bauen. Die Materialkosten sind hier deutlich geringer als beim Neukauf eines fertigen Terrariums; außerdem besteht die Möglichkeit, das Behältnis genau an die Platzverhältnis und die individuellen Ansprüche von Tier und Halter gleichermaßen anzupassen. Alle erforderlichen Materialien und Werkzeuge finden ambitionierte Heimwerker im Baumarkt.

Die folgende Bauanleitung wurde für ein Terrarium mit den Maßen 200 x 80 x 100 (L x T x H) entwickelt. Wird ein größeres oder kleineres Behältnis gewünscht, müssen die Materialien entsprechend angepasst werden (das gilt besonders für die verwendeten Holzteile).

Terrarien bauen und einrichten

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Diese Materialien werden für das Terrarium benötigt

Materialliste für das Terrarium
2 Buche-Leimplatten für den Deckel, Maße 200 x 40 x 1,9 cm
2 Buche-Leimplatten für die Blende oben und unten, Maße 200 x 40 x 1,9 cm
4 Buche-Leimplatten für die Seitenteile, Maße 100 x 40 x 1,9 cm
4 Fichte-Bretter für die Zwischendecke und den Boden, Maße 200 x 40 x 1,9 cm
2 Fichte-Bretter für die Rückwand, Maße 200 x 40 x 1,9 cm
1 Fichte-Brett für die Rückwand, Maße 200 x 20 x 1,9 cm
Kanthölzer für die Verschraubungen, Maße 40 x 40 cm

Die Buche-Leimplatten sind hinterher beim fertigen Terrarium sichtbar; die Holzbestandteile aus Fichte dagegen unsichtbar. Selbstverständlich können die Holzarten nach Belieben variiert werden. Im Baumarkt werden Bretter und Hölzer auf Wunsch auf die passenden Maße zugeschnitten.

Weitere Materialien für den Terrariumbau

Etwa 25 kg Fliesenkleber
Winkel
2 Dosen Klarlack
Styropor, 4 cm Dicke
Lüftungsgitter aus Aluminium
2 Kartuschen Aquarium-Silikon
Alu Fliegengaze, etwa eine Rolle
2 Glasscheiben, Dicke 6 mm

Anstelle regulärer Glasscheiben kann auch Plexiglas verwendet werden; dieses ist deutlich leichter und weniger zerbrechlich

Die ersten Schritte: Alles beginnt mit dem Grundkasten

Zuerst werden für das Terrarium die Platten für den Grundkasten miteinander verschraubt. Hier empfiehlt sich die Verwendung von Kanthölzern, damit die Schrauben später von Außen nicht zu sehen sind. Die Löcher für die Schrauben sollten idealerweise vorgebohrt werden, um ein Ausreißen des Holzes zu vermeiden. Das Vorbohren hilft auch bei der Entstehung bündiger Kanten und beim Zusammenbauen eines wirklich geraden Kastens. So kann sichergestellt werden, dass die Glasscheiben später exakt hineinpassen.

Beim Aufbau des Grundkastens wird zunächst die Rückwand von unten auf die Bodenplatte geschraubt. Die Rückwand steht dabei bündig auf der Bodenplatte. Danach folgen die Seitenwände, die ebenfalls bündig auf dem Boden aufgestellt und anschließend sowohl mit der Bodenplatte als auch mit der Rückwand verschraubt werden. Damit ist der Grundkasten bereits fertig. Als Feuchtigkeitsschutz für das Holz ist es ratsam, es mit mehreren Schichten Klarlack zu überziehen, und zwar von innen und außen.

Innenwände bieten viel Spielraum für individuelles Gestalten

Ist der Grundkasten fertig, geht es an das Gestalten der Innenwände. Hierfür werden die Styroporplatten zugeschnitten und mit dem Aquariensilikon befestigt. Das Styropor sollte bis an die oberen Kanten reichen; an den Seiten werden dafür etwa 2 cm Platz gelassen, damit zu einem späteren Zeitpunkt noch die Glasscheiben eingefügt werden können. Wie genau die Platten in den Kasten geklebt werden, hängt auch von den persönlichen Vorstellungen ab und kann individuell angepasst werden. Je ungleichmäßiger das Styropor befestigt wird, umso lebendiger und natürlicher wird der Gesamteindruck, der am Ende entsteht. Neben der Wandauskleidung können mithilfe des Materials auch Versteckmöglichkeiten oder Terrassen hergestellt werden, die später von den Tieren genutzt werden können. Diese lassen sich ebenfalls mit dem Aquariensilikon befestigen.

Nach dem Einkleben der Wandverkleidungen erhält das Styropor zusätzliche Struktur, die insbesondere für die Optik des Terrariums von Bedeutung ist. Diese kann entweder mithilfe von Schleifpapier und einem herkömmlichen Löffel erreicht werden, aber auch durch das Auftragen eines Universalverdünners. Letzterer zersetzt das Material leicht und schafft so willkürliche und lebendige Strukturen. Allerdings gilt besondere Vorsicht um Umgang mit Verdünner: Wird zuviel aufgetragen, kann das Styropor beträchtlichen Schaden nehmen, und der Silikonkleber kann sich lösen. Nach dem Aufgeben des Verdünners muss das Material etwa zwei Stunden lang trocknen.

Anschließend geht es mit dem Fliesenkleber weiter: Dieser wird möglichst dünn auf die gesamte Styroporverkleidung aufgetragen. Und dann heißt es: Abwarten, denn der Kleber benötigt knappe zwei Tage, bis er vollständig abgetrocknet ist. Insgesamt sind mindestens drei Schichten Fliesenkleber erforderlich – das Terrarium muss also eine knappe Woche aushärten. Der letzten Schicht Kleber kann bereits etwas Abtönfarbe (ungefähr 0,5 l) beispielsweise in der Farbe Orange beigemischt werden. So entsteht noch beim Kleben eine farbige Grundierung.

Ist der Fliesenkleber ausgehärtet, kann es mit der Innengestaltung weitergehen. Hier sind der Fantasie kaum Grenzen gesetzt; allerdings sollte immer im Hinterkopf behalten werden, welche Tierart später ins Terrarium einziehen soll, sodass ein möglichst artgerechtes Habitat entstehen kann. So ist es etwa möglich, die Rückwand mit Klarlack zu behandeln und anschließend Sand und/oder farbigen Lehm darauf zu verteilen. Alternativ kann der Innenraum auch mit Abtönfarben gestrichen werden. Die besten Ergebnisse lassen sich erzielen, indem zunächst ein hellerer Farbton gewählt und dieser anschließend mit dunkleren Farben sparsam überstrichen wird.

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Die letzte Etappe: Glasscheiben, Lüftung und Co.

Das Terrarium ist schon beinahe fertig. Noch fehlen aber die Glasscheiben und die für die Tiere lebenswichtige Lüftung. Dazu bekommt die untere Blende Löcher für das Lüftungsgitter. Diese sollten etwa 5 cm hoch sein. Mehr als drei Löcher sind nicht empfehlenswert, da die Blende sonst instabil werden kann. Das Lüftungsgitter wird mit Silikon verklebt, und um auf Nummer Sicher zu gehen, wird dahinter noch das Alu-Fliegengitter fest getackert. Um zu verhindern, dass sich die Blende im Laufe der Zeit verzieht, wird sie mit einem Kantholz verschraubt. Das gilt auch für die obere Blende. Die Zwischendecke erhält ebenfalls Löcher zur Belüftung sowie Aussparungen für die Beleuchtung. Auch hier wird die Lüftung mit der Alu-Gaze versehen, ebenso wie die großzügige Lücke für die Beleuchtung. So können Schäden am Leuchtmittel und eventuelle Verletzungen der Tiere vermieden werden.

Als nächster Schritt wird der Deckel über ein Kantholz angeschraubt. Anschließend erhält auch der Deckel selbst Löcher für das Lüftungsgitter. Nach dem Befestigen desselben wird erneut das Alu-Fliegengitter fest getackert. Jetzt fehlen nur noch die Glasscheiben. Dafür werden die Schienen mit Aquariensilikon an der Blende festgeklebt. Die Glasscheiben müssen exakt passen (sie können beispielsweise im Baumarkt millimetergenau zugeschnitten werden) und sollten in der Mitte etwa 10 cm überlappen. Auf Wunsch können zur einfacheren Handhabung Griffe an den Schreiben befestigt werden.

Jetzt ist es soweit: Das Terrarium kann befüllt und eingerichtet werden. Es eignet sich insbesondere als Wüsten- oder Trockenterrarium und kann etwa von Bartagamen bewohnt werden. Für die Einrichtung kann es mit einem Sand-Lehm-Gemisch befüllt werden (etwa 200 kg sollten ausreichend sein). Äste, Steine und andere Einrichtungsgegenstände sollten ebenfalls nicht fehlen, genau wie entsprechende Leuchtmittel, Heizungen und Wasserquellen. Was genau Verwendung findet, richtet sich nach den Ansprüchen der Tiere und auch nach dem persönlichen Geschmack des Halters. Und dann können die neuen Mitbewohner auch schon in das selbstgebaute Terrarium einziehen!